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Markt der Originalmedikamente vs. Markt der Nachahmermedikamente

Markt

Markt der Originalmedikamente vs. Markt der Nachahmermedikamente

Der Medikamentenmarkt ist in zwei grosse Bereiche aufgeteilt – in den Markt der Originalmedikamente und den Markt der Nachahmermedikamente (Generika und Biosimiliars). Man spricht in diesem Zusammenhang auch vom patentgeschützten und dem Off-Patent oder patentfreien Markt.

Ein dynamischer Markt

Lebenszyklus Generika

Nach Ablauf des Lebenszyklus der hochinnovativen Originalmedikamente kommen die, von den Behörden zugelassenen, laufend überwachten und als austauschbar bestätigten Nachahmermedikamente zum Einsatz. In diesem dynamischen Markt hängt der Anteil der Generika bzw. Biosimilars direkt von der Anzahl der Originalmedikamente ab. 

Je grösser deren Anteil ist, desto grösser sind auch die Einsparungen auf dem Markt. Der Generika- bzw. Biosimilaranteil im stark regulierten Schweizer Markt wächst zwar, ist aber im internationalen Vergleich noch sehr bescheiden. Eine Annäherung an das europäische Niveau ist für eine stabile Medikamentengrundversorgung sehr wichtig.

Dem effektiven Markteintritt eines Generikums gehen mehrere Jahre der Forschung und Entwicklung, Tests, behördlicher Genehmigung und Marktpräsenz eines Originalpräparats voraus.

Zahlen zu Generika & Biosimilars 2023*

Generika und Biosimilars tragen massgeblich zur Senkung der Gesundheitskosten bei.

*Umsätze (Mio. CHF) nach Publikumspreis, alle Medikamente der Spezialitätenliste, sprich die Medikamentenkosten zu lasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung. (Quelle: IQVIA©; bwa Consulting)

9085
Mio. CHF

Umsatz alle SL- Medikamente

1672
Mio. CHF

Umsatz Generika & Biosimilars

679
Mio. CHF

Gesamtersparnis Generika & Biosimilars

236
Mio. CHF

Nicht ausgeschöpftes Sparpotenzial

Effizienzbeitrag

Beitrag zur Kostendämpfung im Gesundheitswesen

In den vergangenen Jahren haben Generika einen signifikanten Beitrag zur Kostendämpfung geleistet (kumuliert mehr als 1.2 Milliarden Franken). 

Da der Anteil an Generika am gesamten Schweizer Medikamentenmarkt noch ausbaufähig ist, besteht noch ein grosses Potential für weitere Einsparungen. Leider ist es nach wie vor so, dass es für die Leistungserbringer noch viele fehlgeleitete Anreize gibt, die sie dazu bewegen, teurere Arzneimittel zu verschreiben resp. abzugeben. 

Das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) mit dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) haben sich zwar vorgenommen, die Gesetze und Verordnungen dahingehend anzupassen. Leider ist es noch ein weiter Weg, bis wirklich alle Fehlanreize eliminiert sind.

Intergenerika veröffentlicht den jährlichen Effizienzbeitrag mit Generika, welcher von spezialisierten Unternehmen erhoben wird.

Trend zu tieferen Wachstumsraten

Kostenentwicklung & Einspareffekte

Vor dem Hintergrund einer angeblichen Kostenexplosion im Gesundheitswesen werden auch die Generikapreise im internationalen Vergleich seit Jahren angeprangert. In Tat und Wahrheit gibt es diese Kostenexplosion nicht. Fakt ist: Die Gesamtausgaben unterliegen einem natürlichen Wachstum.

Das Wachstum der Gesundheitskosten in der Schweiz, welche von der Grundversicherung übernommen werden, beträgt seit 2005 im Schnitt ca. 3.9%. Schaut man sich die jährliche Entwicklung des Kostenwachstums an, beobachtet man einen signifikanten Trend zu tieferen Wachstumsraten. 

Klammert man die aufgrund der COVID-Pandemie entstandenen ausserordentlichen Kosten (2020 – 2022 BAG COVID-Schlussbericht) aus, so wird dieser Abfall des Ausgabenwachstums noch deutlicher.

BAG

Eingriff in die Reserven der Krankenkassen

Wenn keine weiteren ausserordentlichen Vorkommnisse wie eine COVID-Pandemie in den Jahren 2020 bis 2022 eintritt, darf man davon ausgehen, dass das Kostenwachstum in den kommenden Jahren weiter abnehmen wird.

Es gibt zwei Hauptursachen für ein stetiges Kostenwachstum im Gesundheitswesen. Erstens wird unsere Bevölkerung immer älter und zweitens kosten die Innovationen, die zur höheren Lebenserwartung führen, immer mehr. Ein nicht zu vernachlässigbarer Kostentreiber ist das seit Jahren stattfindende Bevölkerungswachstum.

Im direkten Zusammenhang mit einer angeblichen «Kostenexplosion» ist auch von einer «Krankenkassen-Prämienexplosion» die Rede.
Hauptgrund für den Prämienschock sind nicht die moderat steigenden Kosten, sondern ein regelmässiger politischer Eingriff in die Reserven der Krankenkassen. 

In den vergangenen Jahren zwang das Eidgenössiche Departement des Innern (EDI) bzw. das Bundesamt für Gesundheit (BAG) die Krankenkassen mehrmals, ihre Reserven abzubauen, wodurch vielen von ihnen das notwendige Polster abhanden gekommen ist, um aktuelle Kostenschwankungen abzufedern. Alle diese Interventionen haben zu einem überproportionalen Prämienwachstum geführt.

Tatsächlich ist der Anstieg der Prämien massgeblich auf die Folgen des Kostenanstiegs im Zuge der COVID-Pandemie zurückzuführen. So mussten im Jahr 2022 die Krankenkassen Mittel für nicht budgetierte Aufwendungen von mehr als CHF 1.4 Mia. aus den vom Bundesrat vorgeschriebenen Finanzreserven beziehen. Um die dadurch entstandene Lücke zu füllen, kamen die Krankenkassen nicht an einer Prämienerhöhung vorbei. 

Während eine Senkung der Gesundheitskosten schon allein aufgrund der demographischen Entwicklung nicht möglich ist, sollte das Ziel «Kostendämpfung» lauten. 

   

Dr. Lucas Schalch

Zu der Kostendämpfung sollten auch die Krankenkassen einen Beitrag leisten angesichts der Tatsache, dass die Verwaltungskosten der Krankenkassen höher sind als die Generika-Ausgaben im Markt Schweiz.

Dr. Lucas Schalch

Geschäftsführer Intergenerika

 

Versorgungssicherheit & Systemrelevanz

Preiserosion gefährdet Grundversorgung

«In der Schweiz ist der Markt für Antibiotika zu 80% durch Generika abgedeckt und die Preise sind auf einem Minimum», schreibt die NZZ in einem Beitrag vom 15. Februar 2024. Welche desaströsen Ausmasse die Preiserosion mittlerweile angenommen hat, zeigt das Beispiel Ibuprofen, welches im nahen Ausland mittlerweile teurer ist als in der Schweiz. 

Und in einem Tagesanzeiger-Gastbeitrag vermerkt Fabian Kraxner, Arzt im Kanton Zürich: «Gemäss der Website drugshortage.ch waren am Stichtag des 14. Februar 729 Medikamente und 954 Packungsformate in der Schweiz nicht beziehbar. Insgesamt 340 Wirkstoffe sind betroffen. Das entspricht einem anhaltenden, unrühmlichen Dauerzustand über die letzten zwei Jahre. Davon sind nicht nur teure oder speziellere Arzneimittel betroffen, sondern auch gängige Schmerzmittel und Antibiotika.»

 

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