Antibiotika-Krise: Führende Schweizer Tageszeitungen mahnen zum Handeln

Antibiotika-Krise: Führende Schweizer Tageszeitungen mahnen zum Handeln

20. Februar 2024

„In der Schweiz ist der Markt für Antibiotika zu 80% durch Generika abgedeckt und die Preise sind auf einem Minimum“ schreibt die NZZ und nimmt dabei Bezug auf unseren Geschäftsführer Dr. Lucas Schalch.

Ebenfalls am Donnerstag vergangener Woche thematisiert Le Temps in ihrer Ausgabe die akute Versorgungslage bei Antibiotika und zitiert darin Lucas Schalch. Demnach nehmen Antibiotika in der Liste der auf der Website drugshortage.ch laufend dokumentierten fehlenden Medikamente eine Sonderstellung ein. Dabei betreffen die Engpässe vor allem verschiedene Formen von Amoxillin, einem der am häufigsten verwendeten antimikrobiellen Mittel, das von der Weltgesundheitsorganisation als unverzichtbare Behandlung eingestuft wurde. Während Schweizer Gesundheitsexperten schon vor einem Jahr auf die akute Versorgungslage hingewiesen hatten, stellen die beiden Zeitungen die Frage in den Raum, weshalb diesem Missstand noch keine Abhilfe geleistet worden ist. Wie kann eine Lösung dieses sich immer weiter zuspitzenden Problems aussehen? Mit den fehlenden neuen, innovativen Antibiotika und dem heutigen Antibiotika-Markt, der zu 80% durch Generika abgedeckt wird und von dem sich immer mehr Anbieter wegen eines völlig undifferenzierten Preisdrucks zurückziehen, gibt es zwei Problemfelder zu beachten. Eine „Subventionitis“ würde die Situation nicht entschärfen, vielmehr braucht es positive Anreize, damit die Firmen wieder aktiv neue Substanzen erforschen und auf den Markt bringen. Schweden arbeitet an einem entsprechenden System (Link). Für neue Antibiotika wird von Subscription Models oder Delinkage Models gesprochen. Um dem Antibiotika-Mangel Herr zu werden, braucht es Sofortmassnahmen und es braucht sie heute! Diese Massnahmen gilt es im Rahmen von multidisziplinären Arbeitsgruppen, zu denen auch die Pharmaindustrie zählen muss, auszuarbeiten.

Luzerner Zeitung: „Wenn bei Pillen jeder Rappen zählt“

Luzerner Zeitung: „Wenn bei Pillen jeder Rappen zählt“

25. Januar 2024

 

Ein aufschlussreicher Bericht, in dem Lucas Schalch, Intergenerika Geschäftsführer, mehrfach zitiert wird:
„Für Lucas Schalch besteht ein direkter Zusammenhang zwischen den sinkenden Preisen und den aktuellen Versorgungslücken bei Marcoumar: «Mit seiner aktuellen Preispolitik will der Bund eigentlich die Gesundheitskosten senken. Tatsächlich treibt er die Kosten nach oben. Er senkt die Preise von bereits sehr günstigen Medikamenten stetig und provoziert somit Versorgungsengpässe», sagt Schalch. Dies zeige sich wiederum beim Herzmittel Marcoumar: Solange es nicht ausreichend lieferbar ist, bleibt den Ärzten oft nichts anderes übrig, als teurere Alternativprodukte zu verschreiben.

Santemedia-Event: „Medikamentenengpass – Versorgungssicherheit vs Preispolitik?“

Santemedia-Event: „Medikamentenengpass – Versorgungssicherheit vs Preispolitik?“

18. Dezember 2023

 

Beschämend – dem Pharmaland Schweiz gehen die Medikamente aus. Erwartet werden konnte ein verbaler Schlagaustausch mit gegenseitigen Schuldzuweisungen Industrie vs BAG. Ein paar heftige Voten zur Dumping-Preispolitik des BAG richtete Lucas Schalch, Geschäftsführer Intergenerika, an Thomas Christen, Vizedirektor Bundesamt für Gesundheit. Die aktuelle Preispolitik löst einen «zerstörerischen Dominoeffekt» aus, so Lucas Schalch.

Der steigende Preisdruck des BAG auf Antibiotika macht ihre eigene Antibiotikaresistenzen-Strategie zur Farce

Der steigende Preisdruck des BAG auf Antibiotika macht ihre eigene Antibiotikaresistenzen-Strategie zur Farce

4. Dezember 2023

 

Das passt nicht zusammen und es ist mehr als zynisch, wenn die gleiche Bundesbehörde Initiativen gegen die Bildung von Antibiotikaresistenzen fördert und gleichzeitig den Preisdruck auf bewährte alte Antibiotika kontinuierlich erhöht und damit Versorgungsengpässe weiter verschärft.

Vermeintliches Paradox: Steigende Gesundheitsausgaben bei sinkenden Medikamentenpreisen.

Vermeintliches Paradox: Steigende Gesundheitsausgaben bei sinkenden Medikamentenpreisen.

29. November 2023

 

Wie kann es sein, fragt die Handelszeitung in einem Bericht vom 24.11. dass im Gesundheitswesen Medikamente und gewisse Dienstleistungen billiger werden und die Kosten dennoch „explodieren“‚, was wiederum zu steigenden Krankenkassenprämien führt.

Es lohnt sich hier eine differenzierte Betrachtung zwischen absoluten und relativen Medikamentenausgaben (s. Grafik). Bei den absoluten Ausgaben zeigt das BAG ihrem Narrativ folgend gerne den Zeitraum von 2004 bis 2022. Der Grund ist ganz einfach, seit 2014 steigen die Medikamentenausgaben, absolut gesehen wieder stärker. Ein völlig anderes Bild ergibt sich bei der Darstellung der relativen Medikamentenausgaben: Spannend zu sehen ist der negative Trend. Das heisst, die Preiskontrollmassnahmen des BAGs haben gegriffen, wobei der Effekt der regelmässigen Preisüberprüfungen logischerweise über die Zeit hinweg abgenommen hat. Mit den per 1. Januar in Kraft tretenden neuen Preissenkungsmassnahmen, darf man davon ausgehen, dass die Ausgaben für Medikamente wieder eher abnehmen werden. Das Problem: Es sind einzig die Generika und Biosimilars, die dafür einen Beitrag leisten.