BILLIGSTMEDIKAMENTE – Wer zahlt die Zeche?

BILLIGSTMEDIKAMENTE – Wer zahlt die Zeche?

BILLIGSTMEDIKAMENTE – WER ZAHLT DIE ZECHE?

Mit einem neuen Preissystem will der Bundesrat die Kosten für Medikamente senken. Für Generika und patentabgelaufene Medikamente sollen künftig die Krankenkassen entscheiden, in welcher Höhe Medikamente vergütet werden. Ärzte und Apotheker hätten damit keine Wahl mehr, denn dem Patienten würde nur noch das günstigste Medikament vergütet.

Referenzpreissystem bedeutet, dass nur noch ein fixer Preis für den Wirkstoff eines Medikaments vergütet wird. Das heisst, dass die Krankenkasse immer nur das billigste Medikament mit dem entsprechenden Wirkstoff vergüten würde.

In der Sendung praxis gsundheit „Billigstmedikamente – Wer zahlt die Zeche?“ diskutiert Geri Staudenmann mit Thomas de Courten, Nationalrat SVP/BL und Präsident Intergenerika sowie Verena Nold, Direktorin santésuisse, über ein neues Preissystem für Medikamente.

Generika sind die besseren Medikamente
Thomas de Courten, Nationalrat SVP/BL, Präsident Intergenerika

Wenn der Patient ein anderes Medikament erhält resp. der Arzt ein anderes Medikament verschreibt, muss der Patient die Differenz selbst bezahlen. Die Folge davon ist, dass Patienten, die sich die teureren Medikamente nicht leisten können, laufend das Medikament wechseln müssen. Aus Studien weiss man, dass dies für die so genannte Therapietreue nicht gut ist, Patienten nehmen ihre Medikamente nicht mehr oder nur unregelmässig ein.

In der Schweiz sind Generika rund 50 Prozent teurer als im Ausland. Generika machen gut ein Prozent der gesamten Gesundheitskosten von rund 70 Milliarden Franken pro Jahr aus. In der Schweiz sind die Vorgaben für Medikamente sehr streng, es braucht unter anderem mehrsprachige Packungsbeilagen und es sind strenge Vorgaben einzuhalten, damit ein Medikament überhaupt zugelassen wird. Deshalb sind die Preise in der Schweiz nicht vergleichbar mit den Preisen im Ausland. Preisreduktionen durch Generika führen auch dazu, dass sich Firmen möglicherweise aus dem Schweizer Markt zurückziehen. Die Krankenkassen machen ihrerseits geltend, dass schlussendlich jeder Arzt und Patient wählen kann, ob er ein Generikum oder ein Originalpräparat verschreiben resp. einnehmen möchte. Der Patient zahlt in jedem Fall im Rahmen des gesetzlichen Selbstbehaltes einen bestimmten Betrag selbst.

Richtig gespart werden könnte durch die konsequente Abgabe von Generika. Dafür fehlen allerdings die Anreize, denn Arzt und Apotheker haben in der Regel auf Originalmedikamenten die höheren Margen. Dies müsste geändert werden.

Dezember 2017

Die Auswirkungen sind fatal

Mit Nachahmerpräparaten liessen sich Millionen einsparen. Axel Müller, Geschäftsführer der Generika-Vereinigung, sagt, wieso dies nicht geschieht und warum tiefere Preise nicht zum Ziel führen.

Axel Müller, die Pharmabranche warnt entweder vor dem Bedeutungsverlust des Forschungsstandorts Schweiz oder beklagt den Preiszerfall bei den Medikamenten. Warum das Gejammer?

Ach was, wir jammern überhaupt nicht. Wir machen bloss darauf aufmerksam, dass die Wertschöpfung, welche die Pharmaindustrie schafft, nicht vom Himmel fällt. Und dass wir Generikahersteller zur Kostendämpfung im Gesundheitswesen schon viel beigetragen haben.

Nun wehren Sie sich abermals – gegen das Referenzpreis-Modell für patentabgelaufene Arzneimittel. Weshalb sind Sie gegen Höchstbeiträge für die Erstattung von Medikamentenpreisen durch die Krankenkassen?

Ganz einfach, weil die Menschen in der Schweiz keine Einschränkung der Wahlfreiheit wollen. Es wäre einfach unsozial, müsste der Patient den Differenzbetrag aus der eigenen Tasche zahlen, wenn nicht das günstigste Medikament zur Anwendung kommt.

Quellenangabe: Luzerner Zeitung

Gute Medikamente: Original oder Kopie?

Gute Medikamente: Original oder Kopie?

Auch wenn die Gesundheitskosten steigen und es für viele Indikationen günstige Alternativen zu Originalen gibt, ist der Anteil an Generika in der Schweiz gering. OTXWORLD sprach mit drei Experten über das Sparpotenzial von Nachfolgepräparaten, die Rolle von Spitalapotheken und mögliche Anreize für eine Generika-Abgabe von Ärzten und Apothekern.

Qualität hat ihren Preis. Was für viele Bereiche des Lebens gilt, trifft nicht zwingend auf den Medikamentenmarkt zu. Denn sobald der Patentschutz eines Arzneimittels abgelaufen ist, darf ein Nachfolgepräparat entwickelt werden, welches dieselben Wirkstoffe enthält und für dieselben Indikationen zugelassen wird wie das Original. «Generika werden im Vergleich zu älteren Originalpräparaten mit moderneren Methoden entwickelt und hergestellt. Daher weisen sie oft eine verbesserte Galenik zu einem günstigeren Preis auf», hebt Axel Müller, Geschätsführer des Fachverbands Intergenerika, die Qualität hervor und fährt fort: «Generika werden nach den gleichen Kriterien wie Originalpräparate von swissmedic geprüft und sind mit diesen austauschbar.»

Quellenangabe: www.otxworld.ch

 

Referenzpreise bedeuten eine Gefahr

Nach Einführung eines Referenzpreissystems für Medikamente könnten Hersteller gezwungen sein, unrentable Produkte nicht mehr anzubieten, was die Versorgungsqualität und -sicherheit gefährde, warnt der Intergenerika-Geschäftsführer.

 

Die Einführung von Referenzpreisen hätte «massive Folgen für unsere Gesundheit», sagt Dr. Axel Müller, Geschäftsführer des Branchenverbands Intergenerika, im Interview mit dem Standpunkt der Wirtschaft.

Standpunkt: Herr Müller, Sie wehren sich gegen die Einführung von Referenzpreisen – welches sind Ihre Argumente?

Axel Müller: Von ihren Befürwortern werden Referenzpreise als die alleinseligmachende Lösung dargestellt, dabei gibt es eine Reihe von Alternativen, die Kosten sparen helfen. Fakt ist, dass sich einige Länder in Europa gegen ein Referenzpreissystem und für ein anderes Modell entschieden haben. Wir sollten das als ein Zeichen verstehen.

Quellenangabe: Schweizerische Gewerbezeitung

Pharmaverband warnt: Antibiotika könnten knapp werden

Pharmaverband warnt: Antibiotika könnten knapp werden

Laut dem Pharmaverband Pro Generika hängt die Versorgung mit Antibiotika „am Tropf Chinas“. Durch die Marktkonzentration im Ausland könnte es zu Engpässen kommen.

Der Pharmaverband Pro Generika hat vor Lieferengpässen bei wichtigen Antibiotika durch die Konzentration der Produktion außerhalb der Europäischen Union gewarnt. Die Antibiotikaversorgung in Deutschland hänge »am Tropf Chinas», erklärte Verbandsvizechef Markus Leyck-Dieken am Dienstag in Berlin. Angesichts weltweit zunehmender Spannungen sollte sicher gestellt werden, »dass der Erste-Hilfe-Koffer im Ernstfall in Europa steht».

Antibiotika: Es gab bereits erste Engpässe

Eine von Pro Generika in Auftrag gegebenen Studie der Unternehmensberatung Roland Berger zeigt demnach eine sehr hohe Abhängigkeit der Antibiotikaversorgung vor allem von Herstellern in China, die bereits wesentliche Teile der gesamten Weltmarktproduktion auf sich vereinigten. Teilweise gebe es nur zwei oder drei relevante Produzenten.

Quellenangabe: www.augsburger-allgemeine.de